Gut unterwegs mit stets frisch gepacktem Bildungsrucksack

von Elisabeth Michel-Alder

Weiterbildung ab 45 Jahren - so Avenir Suisse in seiner neuesten Stellungnahme - lohne sich kaum, weil die Rendite für solche Investitionen mit Blick auf die Pensionierung nicht gewährleistet sei. Informelle Weiterentwicklung on the job soll genügen. Wer mehr will, müsse in die eigene Tasche greifen.

Flashback: So stand es in manchen ökonomischen Lehrbüchern vor 50 Jahren. In andern, zeitnahen Analysen der selben wissenschaftlichen Disziplin erfahren wir, dass in Umbruchszeiten mit umfassender Unsicherheit und angesichts der immer längeren Lebensspanne für Erwerbstätige neue Job-Wahlmöglichkeiten nur mit einem laufend à jour gehaltenen Werkzeugkasten gewährleistet sind.

Familie, Nachbarschaft, Wirtschaft und Demokratie profitieren, wenn Frauen und Männer sich bis zuletzt neues Wissen und Können aneignen. Offene Türen zu Bildung gehören zum Konzept eines guten Lebens. Seit Beginn der Industrialisierung vermitteln die Schweizer Schulen aller Stufen ein Surplus an Bildung gegenüber aktuellen Anforderungen am Arbeitsplatz. Es hat sich bewährt. Für die heute - gegenüber 1821 - höheren Investitionen lohnt sich vermutlich jeder Steuerfranken.

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