Wieviel Kopf und wieviel Herz?

von Elisabeth Michel-Alder

Spannendes Gespräch neulich zwischen Experten: Wenn mit der Digitalisierung sozusagen kein Stein auf dem andern liegen bleibt, was muss eine erwerbslustige Person in allem Tohuwabohu können, um nicht unterzugehen?

Sie muss mit unterschiedlichsten Personen zu kooperieren verstehen und innert kurzer Zeit Resultate erreichen, sagt Professor M. Er beobachtet wenige, die das können und beklagt viel zu homogene Ausbildungssysteme. Professorin K. meint, nur wer mit Passion/ Leidenschaft arbeite, mobilisiere seine Potentiale und erreiche hochgesteckte Ziele. Unternehmenschef S. schüttelt den Kopf und weist die übersteuerte, idealisierende HR-Rhetorik mit ihren völlig unrealistischen Glücks- und Erlösungsvorstellungen entschieden zurück. Er macht dieses Gedudel für weit verbreitete Frustration bei den ü35 mitverantwortlich. Erwerbsarbeit heisse: Rollen verstehen und übernehmen, mit wenig vertrauten und auch unsympathischen Personen resultatorientiert kooperieren, Situationen analysieren, sich selbst hinterfragen, lernen und nicht stehenbleiben. Oft, so seine Beobachtung, werden die Leidenschaftlichen erst jenseits einer schmerzlichen Ernüchterung wirklich gut.

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