Schluss mit Geldverdienen: Wann und wie?

von Elisabeth Michel-Alder

Für das längere Leben reichen in vielen Ländern, auch in der Schweiz, die angesparten Rentenbeträge nicht, erinnert die Financial Times vom 9. März ihre Leserschaft. Und sie legt Handlungsalternativen zum traditionellen Trott auf den Präsentierteller.

Naheliegend ist die Verschiebung der offiziellen Pensionierungsgrenze Richtung 70. Das würde wohl alle Laufbahnschritte verzögern, auch den Sprung in Topjobs. OptimistInnen zählen dabei auf deutlich steigende Chancen für Frauen, die nach einem familienbedingten beruflichen Bremsmanöver ab 40 wieder vollzeitlich durchstarten.

Bleibt alles wie gehabt, kann dies jüngere Arbeitskräfte mit Aufstiegsambitionen freuen; Sitzenbleiber haben ein Verfalldatum und die Mobilität auf den Chefetagen bleibt intakt. Allerdings steigt das Risiko von Altersarmut mit entsprechenden gesellschaftlichen Belastungen.

Attraktiv findet die FT eine verbindliche Reduktion des Wochenpensums für Ältere auf drei Tage. Firmen behielten dabei Zugriff auf wertvolles Knowhow, ohne dass Silberrücken die Teppichetagen verstopften. Reifere könnten sich besser erholen, fitbleiben und höhere Freiheitsgrade geniessen - vorausgesetzt, der Lohn für ein 3Tage-Pensum würde ihnen zum Leben reichen.

Besonders interessant sind die sich rasch vermehrenden ü65, die nach festlicher Verabschiedung durch ihre Arbeitgeber straks als Selbständige ihre Homepage aufschalten und allen ihre Dienste anbieten, die dafür bezahlen. Ein attraktives Modell für viele? Angeboten werden Gartenpflege, Reparaturarbeiten, Umbau, Deutsch für Asylbewerbende, Aushilfe im Laden, Rechtsberatung, Projektmanagement usw. Der FT-Journalist erzählt von einem ehemaligen Nissan-Manager, der im Auftrag einer Agentur beliebte Führungen durch Auto-Produktionshallen anbietet.

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