Reden war immer schon billiger als handeln

von Elisabeth Michel-Alder

Wer hätte das gedacht, bevor der "Bildungsbericht Schweiz 2018" uns in die Hände gelegt wurde? Und dies auf dem Hintergrund ständig wechselnder und steigender Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt? Mann und Frau begnügen sich hierzulande seit zwei Jahrzehnten mit Weiterbildung im selben gemächlichen Trott.

In kleinen und mittleren Unternehmen wird nur rund ein Drittel der Mitarbeitenden, in grossen Firmen gut die Hälfte bei Weiterbildungsaktivitäten gefördert. Und die neugierigen Individuen? Nur fünf Prozent der Erwerbstätigen, die nicht vom Arbeitgeber unterstützt werden, investieren eigene Mittel in formelle Weiterbildung. Das Prinzip Selbstverantwortung funktioniert nicht.

Wie eh und je herrscht das Matthäus-Prinzip (Wer hat, dem wird gegeben.) 80% der Personen mit Bildungsabschluss auf tertiärer Stufe bilden sich weiter; 60% der Arbeitskräfte mit Berufsabschluss sind auch im Boot. Bei Personen ohne Berufsabschluss ist es noch jeder oder jede Dritte. Immerhin sind Bemühungen um die Förderung von Geringqualifizierten bemerkenswert.

Offensichtlich gibt es dringenden Bedarf nach einer neuen politischen Weiterbildungsoffensive.

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