Gesundheitsgewinne in Arbeit investieren?

von Elisabeth Michel-Alder

Seit bald 20 Jahren gehören Impulse für längere Beschäftigung zur niederländischen Politik. Man will das Reservoir qualifizierter Fachkräfte vergrössern. Ein Thema, das auch die Schweiz kennt. Gleichzeitig beobachten die politisch Verantwortlichen, wie die Bevölkerung gesunde Lebensjahre gewinnt.

Da möchte der neugierige Beobachter, die Beobachterin ja wirklich Genaueres über die schlummernde Arbeitskapazität wissen. Ein paar Wissenschafter haben in die Hände gespuckt und aufgrund eines feingliedrigen Datenvergleichs zwischen 1981 und 2010 Schätzungen zum Umfang der ungenutzten Ressourcen gewagt und publiziert. Adriaan Kalwig, Arie Kapsteyn und Klaas de Vos dachten in Varianten (in: Work Capacity and Older Ages in the Netherlands. NBER Working Paper Nr.21 976, Februar 2016). Die optimistische rechnet - gemessen an den Verhältnissen von 1981 - bei Männern zwischen 65 und 74 Jahren mit 75% unausgeschöpfter Kapazität. Die vorsichtigere Variante ortet in der Gruppe 65-69 jähriger Männer zusätzliche 53% und bei den 70-74jährigen eine solche von 44%.

Ob Arbeitgeber und Arbeitskräfte diese Schätze nutzen wollen, steht natürlich auf einem andern Blatt.

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