Digital am Ball bleiben

von Elisabeth Michel-Alder

Joe Coughlin, Direktor des AgeLab am Massachusetts Institute of Technology MIT in Boston forscht über demografischen Wandel, Gesellschaft, Arbeitswelt und Konsum. Und ohne Angst vor Übertreibung schreibt er von der "zweiten industriellen Revolution", die uns erfasst hat und enorme Möglichkeiten zur Stärkung der Produktivität wie zur Beschäftigung von Personen ü50 öffnet.

Allerdings fallen diese Segnungen nicht einfach vom Himmel. Die Kompetenz, z.B. auch als Personalfachperson laufend neue Software zu meistern, die eigene Erfahrung in Wissensmanagement-Systeme einzuspeisen und mit dem Roboter partnerschaftlich bei der Krankenpflege zu kooperieren, ist Resultat von Lernprozessen. Immer wieder aufs Neue. Vielleicht auch im Hinblick auf Jobs wie Wolkenschieber, sorry, Cloud-Manager, die sich erst aus dem digitalen Meer herauskristallisieren.

Jüngere entwickeln solche Kompetenz intuitiver als Ältere, vielleicht auch schneller, doch die Reiferen punkten - bevorzugt in strukturierten Prozessen - mit Fleiss, Konzentration und Nachhaltigkeit, behauptet Coughlin.

Permanente Weiterbildung war schon immer gut; für ü50 ist sie mittlerweile existentiell. Und für Bildungseinrichtungen ein Prüfstein, weil sie mit dieser Zielgruppe wenig vertraut sind. Das Internet erweist sich als Schatztruhe mit zahllosen klug portionierten MOOCs (Massive Open Online Courses); wünschbar sind da gute Übersetzungen und Präsenz-Begleitmeetings. Viel Initiative ist nötig, um das grosse weisse Feld der Mitte-Karriere-Programme zu bestücken. Und Organisationstalent fände dankbare Klienten, wenn es den Zugang zu vielfältigen Mentorships mit direkter Begegnung und massgeschneiderter kollegialer Förderung - gern auf digitalen Plattformen - öffnen würde.

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