Biografischer Langstreckenlauf mit Inseln zum Auftanken

von Elisabeth Michel-Alder

Privates Leben und Arbeit verkleben sich immer mehr zu einem raumfüllenden Brei; vielfältige Aktivitäten sind hip, sofern ein Gefühl von Balance dominiert. Also vorwärtscrawlen ...bis gegen 70?

Weitherum steckt bei allem Einverständnis mit Ungewissheit und Wandel noch das einfache Lebensmodell der Grossväter in den Köpfen. Meint: Jugend und Ausbildung in den ersten zwei Dutzend Jahren, dann dynamisch gepatchte und mit Weiterbildungsimpulsen gepfefferte Erwerbsarbeit und nach der Pensionierung die unstrukturierte Freiheit.

Doch je rascher der technologische Wandel, je brüchiger die wirtschaftlichen und familiären Strukturen, je nebulöser die Perspektiven und je kurzlebiger die beruflichen Kompetenzen, desto klarer schält sich die Notwendigkeit anderer Lebensmuster heraus, soll der Vorrat an Energie und Knowhow bis ü70 ausreichen. Die lange Reise zwingt in jeder Lebensphase zu einer Einkehr in die Karawanserei mit dem Dreiklang Bildung-Erwerb-Freiraum. Also anfangs 40 bilanzieren, den Wissensschatz substanziell anreichern, Auszeit für alternative Erfahrungen einräumen und ein neues Kapitel in der Berufsbiografie schreiben. Mitte 50 nochmals der existentielle Dreiklang mit neuen Tönen, um fit zu bleiben fürs Ehrenamt, künstlerische Kreativität, Auftragserfüllung in der Selbständigkeit oder Projektarbeit auf andern Kontinenten.

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Kommentar von René H. |

Alles ganz richtig, auch wenn's nicht alle so machen; z.B. wenn mann ein paar Jahre zu früh auf die Welt kam und die midlife crisis verpasst hat. Was jetzt die Freiheit strukturiert , sind liebgewordene Gewohnheiten, einsichtige Sachzwänge und ab und zu ein Date. lg r

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